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Snooker-Exhibition in Rüsselsheim

06.03.2007

Das war mal ein Erlebnis für alle deutschen Snooker-Fans! Im Rahmen der Snooker-Exihibition-Tour, die an drei verschiedenen Orten in Deutschland Station machte, waren heute abend der 6fache Weltmeister Steve Davis, der amtierende Grand Prix Champion und frisch gebackene Welsh Open Sieger Neil Robertson und der in Deutschland besonders beliebte "Welsh Dragon" Matthew Stevens in Rüsselsheim zu sehen! Ein Abend der allen Beteiligten großen Spaß gemacht hat! Die Veranstaltung, die Rolf Kalb moderierte (viele haben hier sicher zum ersten Mal ein Gesicht zu der bekannten Stimme gesehen), begann mit der Auslosung der Partien und da bekamen die begeisterten Fans zunächst Altmeister Steve Davis zu sehen, der gegen Matthew Stevens eine gute Figur machte und sich das Best of 3 Match mit 2:1 sicherte! In der zweiten Partie stand Lokalmatador Olaf Thode dem Australier Neil Robertson gegenüber. Nachdem er seine anfängliche Nervosität überwunden hatte, macht er eine durchaus gute Figur und konnte sich auch einen wohlverdienten Frame sichern.  Der Australier machte sich zwar auf den Weg zum Maximum und ließ das Publikum den Atmen anhalten, doch leider wollten die roten nicht ganz so wie er! Trotzdem stand das Finale zwischen Steve Davis und der "Melbourne Machine" fest!

Bevor es aber dazu kam, gab es noch ein bisschen mehr Snooker zu sehen!

Der 14jährige Armin Schmidt lehrte Steve Davis das fürchten und ließ sich den einen Frame, den er gegen ihn spielen durfte, nicht so leicht abnehmen! Unterstützt von Papa Ingo Schmidt, der als Schiedsrichter am Tisch stand, zeigte der Nachwuchsspieler, was er konnte und hatte sichtlich Spaß dabei, gegen den großen Star zu spielen! Und für Steve Davis war es eine böse Wiederholung seines Finalspiels von 1985 gegen Dennis Taylor! Mit der letzten Schwarzen gelingt ihm der Ausgleich und der Framegewinn, doch die weiße hat noch zuviel Wirkung und fällt ebenfalls! Die Foulpunkte bringen dem Nachwuchstalent, dass jeden Tag trainiert den Sieg über einen der ganz großen im Snooker!

Steve Davis war in bester Stimmung und unterhielt das Publikum nicht nur mit seinem Spiel, sondern auch mit dem ein oder anderen Kommentar, als er zum Beispiel nach einem Stoß laut nachdachte und sich fragte, wie wohl Ronnie O`Sullivan in dieser Situation weiter spielen würde!

Was folgte, war ein Steve Davis, wie ihn sicher nur wenige gesehen haben! Neben seinen Erfolgen beim Snooker, ist er auch dreifacher Champion im Trickshot und gab einige seiner Kunststücke zum Besten! Mit viel Witz, einigen wirklich lustigen Anekdoten aus seiner Karriere und der ein oder anderen Frotzelei über die Spieler-Kollegen begeisterte er die Zuschauer ebenso, wie mit den Tricks auf dem grünen Tuch! Und eine Erklärung, warum er dreimal die Trick-Shot Meisterschaften gewinnen konnte, obwohl er nach eigener Aussage nicht sonderlich gut darin ist, lieferte er auch: im ersten Jahr fand das Turnier in Südafrika statt; die drei Wertungsrichter, waren zum einen eine Springreiterin, die zuvor ebensowenig einen Snooker-Tisch gesehen hatte wie der zweite, der ein Fliegengewichtsboxer war und der dritte Wertungsrichter war Steve Davis langjähriger Manager Barry Hearn, der seine beiden Richter-Kollegen gerne beriet; das Ergebnis: Steve Davis gewann den Wettbewerb! Im darauf folgenden Jahr erhoben die Gegner im Wettbewerb Protest! Sie wollten nicht, das Davis´ Manager weiterhin als Wertungsrichter Einfluss auf das Ergebnis hatte! Also beschloß man, das Publikum entscheiden zu lassen! Der Applaus sollte der Maßstab sein, an dem die Leistung der Spieler gemessen wurde! Austragungsort wurde diesmal - Steve Davis Heimatort und natürlich bekam er den meisten Applaus! Wie er den dritten Titel holen konnte, verriet er nicht und auch nicht wie viel Wahrheit in den ersten beiden Geschichten steckte! Spaß gemacht haben sie allemal...

Zu gewinnen gab es für das zahlreiche Publikum, laut Veranstalter waren 700 Snooker-Fans in der Halle, natürlich auch was! Vier Preise wurden ausgelost: das Snooker-Buch von Rolf Kalb und Thomas Hein mit den Autogrammen der Spieler, ein ebenfalls signiertes Queue und je ein Frame gegen Neil Robertson und Matthew Stevens mit einem 50 Punkte Vorsprung und dem Bonus, dass es bei einem Framegewinn auch noch eine Reise zu einem Main-Tour-Finale gegeben hätte! Das Queue und den Frame gegen Neil Robertson konnte sich derselbe Gewinner sichern! Und den Frame gegen Matthew Stevens durfte eine sichtlich verunsicherte junge Dame spielen, die zwar Snooker guckt, aber noch nie gespielt hat! Mit der tatkräftigen Unterstützung der sympathischen Schiedsrichterin Yvonne Dauth versenkte sie aber dennoch eine rote und eine schwarze! Zum Framegewinn und damit zur Final-Reise hat es bei beiden Gewinnern nicht gereicht, aber auch so war dies sicher ein unvergessliches Erlebnis!

Das abschließende Finale zwischen Steve Davis und Neil Robertson zeigte nicht nur, dass beide große Spieler sind, sondern auch ausgesprochene Entertainer-Qualitäten besitzen! Auch hier wurden alle drei Frames gespielt und wie so oft in der letzten Zeit hatte Neil Robertson das glücklichere Händchen (oder besser Queue).

Aber eigentlich war es ja auch egal wer gewann! Der Abend war eine große Show und alle, Zuschauer und Spieler, hatten Spaß an Snooker, wie man ihn selten sieht: locker, ungezwungen, mit dem Mut zum Risiko und jeder Menge amüsanter Momente! Ich kann nur hoffen, dass es solche Veranstaltungen in Zukunft öfter mal geben wird und kann nur jedem raten, die Chance eine Exhibition zu sehen (egal ob in Deutschland, England oder sonst wo) auf jeden Fall wahrzunehmen!